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27.XI.2017

#77

Hautlos

hautlos

(Kohle auf mit Gesso grundiertem Packpapier, 2017)

12.XI.2017

#76

Stadtgang II

Wieder Begehung und Begegnung einer Stadt, die mir, je suchender und schauender ich durch die Straßen gehe, umso unbekannter erscheint, wenn nicht gar, als fremd offenbart. An Ecken, unter Bäumen, an geschlossenen Läden und dunklen Haustüren vorbei, steigen mir die Orte wie Erinnerungen an einen fast vergessenen Traum auf. Es könnte aber, so dünkt mir, ebenso eine traumdurchzogene Erinnerung sein. Alles, was uns begegnet, Gegenstände, die uns entgegenstehen, Personen auch, sehen wir aus vielen Zeiten und Sphären heraus, nie aus nur einem abstrakten Hier und Jetzt. Ohne Erinnerung ist kein Denken.

Der Tag ist schon auf dem Wege zum Abend und mit ihm ich durch die labyrinthischen Häuserschluchten, auf die sich ein beständiger Nieselregen wie eine Einleitung zur Nacht legt. Das Wetter wird in seiner Bedeutung zumeist verkannt, wenn auch die allgemeine Gewohnheit über das Wetter zu reden, auf Muster schließen lassen, denen eine alte, tief verwurzelte Verbundenheit zu Grunde liegt. Und es sind gerade auch die Lichtverhältnisse der Tageszeit, welche, im Gegensatz zur festen, gründenden Landschaft, wandelnd den Menschen umfließen und durchströmen. Dieser Aussetzung seines Gemüts, seiner Stimmung, kann er sich nie entziehen, wodurch es auch an einem klar zu bestimmenden Normalzustand mangelt. Es bleibt hier auch nicht bei einfachen Gefühlsregungen, sondern prägt sich dem jeweils Einzelnen auch bis tief in die Seele auf. Dies gilt für alle klimatischen Verhältnisse, so auch die Abstinenz von den natürlichen, indem das Büro und die Wohnung einen neuen Lebensraum schaffen, der aller himmlischen Einflüsse entbehrt.

Abschließend noch Gedanken über eingebettete und störende Technik. Während nämlich warm leuchtende Laternen noch ganz unmittelbar an Öllampen und Fackeln erinnern, ihr Licht eines ist, welches den Dingen Schatten lässt, schneidet das Licht von Leuchtdioden die angestrahlten Dinge aus ihrem Umfeld heraus. Diesen abgetrennten Formen wird zusätzlich noch ihre Leiblichkeit durch totale Verflachung der Form in klar begrenzte Flächen und dem Entzug ihrer Farbe genommen. Die so angestrahlte Welt wird zur Bühne, zur Filmkulisse. Die zurückgedrängte Nacht verliert ihr Bergendes und Hütendes, nicht aber ihre Unheimlichkeit, da das Heimliche ja immer mehr ausgeleuchtet auf Reste absoluter Schwärze zusammenschrumpft, aus denen selbst mechanische Leblosigkeit droht.

11.XI.2017

#75

Stadtgang I

Über zwei Stunden ziellos aber nicht heillos durch die Stadt gegangen. Der Himmel war Neujahrshimmel und atmete Januar, da bin ich ganz sicher. Alles schien ruhig und heiter. Wie ein Gast in einer fremden Stadt ging ich durch die Straßen, begutachtete Häuser, Kleinigkeiten und Menschen. Die Cafés waren wenig beleuchtet, aber alle übervoll, so als gäbe es an allen Orten unbekannte Gründe sich feierlich zusammenzufinden, ein mir entgangener Feiertag vielleicht, so schien es. Schließlich einen Imbiss gefunden. Der wenig versprechende Dönerladen entpuppte sich als ein prolongierter Ort dieser stillen Festlichkeit, wo mich ein äußerst höflicher und vom Wesen »deutsch« wirkender, junger Türke bediente. Ich aß zum ersten Mal ein Lahmacun, serviert mit hauseigenem Brot und frischer Chilisoße und war ganz und gar angetan für dieses, zu einem Spottpreis dargebrachte, Mittagsmahl. Dass mich der Weg daraufhin heimwärts führte, geschah mehr aus einem gezeitenähnlichen Gesetze heraus, als dass es konkrete Absicht war.

24.X.2017

#74

Knochengerüst

Knochengeruest

(Verbleib einer Kuh, Anatomiesaal 2017)

Optisch taktile Erfassung der Anatomie der Erscheinung.
Die Erscheinung befriedigt, wenn sie als naturgemäß im Unbewussten gründet, das heißt, wenn sich ihre Form den Funktionen der Naturgesetze – dem Weltgeist – einordnet.

22.X.2017

#73

Inter-Face

Man stößt auf das Wort Nomophobie und fragt sich: »Nomo für Nomos? Eine Angst vor der (griechisch-antiken) Sittennorm?« Mitnichten, wie das Netz dann aufzuklären weiß. Ein weiterer Beleg dafür, aus jeder Angst (Sorge) eine Krankheit zu machen, bzw. den Menschen und sein Wesen selbst zu verkennen.
M.E. handelt es sich auch nicht um ein pathologisches, sondern um ein philosophisches Problem.

Interessant ist folgender Gedanke, den es wohl weiterzudenken gälte:
Wenn Nomophobie die Angst vor dem Fall aus dem sozialen Gefüge durch den Brückenbruch Mensch-Handtelefongerät-Mensch meint, und der »späte« Heidegger das Dasein als Sorge für das Sein begreift, welches das technischen Gestell durch seine planetarische Beherrschung aufzuheben droht, dann wird deutlich, dass die Menschen beginnen, sich vor dem Verlust dessen zu sorgen, welches ihr eigentliches Sorgen und somit Sein mindert, oder anders: Sie sorgen sich darum, aus der Seinsvergessenheit wieder herauszufallen, sie sorgen sich darum, dass der Nihilismus, zumindest für einen Moment, den Vorhang hebt.

19.IX.2017

#72

Schickung

Dunkelkaltland

(Einstiges Sachsen, 2017)

Das Holz des alten Wasserturmes, Farbe getrockneten Blutes, der Himmel hinter den Wolken Gnade lindernder Kühle. Alle Wege führen heimwärts, Schritte, wie das Fallen reifer Birnen ins Gras. Alles regenbogengekrönt. September.

06.IX.2017

#71

Der Blick

Tuebke

(Tübkes Selbstportrait vor alt. Panorama (Atlantis?), 30 x 40 cm, 2017)

Vor Jahren erhielt ich von meinem Großvater einen Zeitungsausschnitt zu Ehren des Leipziger Meisters. So lernte ich Tübke kennen. Zu diesem Zeitpunkt war er gerade verstorben. Das Selbstportrait, welches dem oberen Bild als Studie diente, malte er 1988 in Leipzig, zu einem Zeitpunkt, an dem ich noch nicht geboren, vor welchem ich aber dieses Jahr in der Tübke-Villa stand.

17.V.2017

#70

Raus

Eik

(Eik, L-Süd-West, 2017)

Wo ein Frühling entlang spazieren wollte, schwang sich der Sommer aufs Rad und fleißig bezahlen die Menschen ihre Gesundheit mit schweißtreibenden Läufen durch das Umland.
Ich male das erste Mal wieder unter freiem Himmel, überhaupt male ich seit einer gefühlten Ewigkeit wieder. Hitze und Erschöpfung beenden die Arbeit am Blatt vorzeitig.

12.V.2017

#69

Vorwärts, immer vorwärts

Never stop

(Do not stop, do not rest, Praha, 2017)

»But we push forward, plunge onward
Always towards the end«
— OTWATM

lacrima, beata lacrima...

10.V.2017

#68

影未来派の

Schattengebilde

(Schatten futuristisch / kage miraiha no, 2017)

»Wir wollen den Krieg verherrlichen — diese einzige Hygiene der Welt -, den Militarismus, den Patriotismus, die Vernichtungstat der Anarchisten, die schönen Ideen, für die man stirbt, und die Verachtung des Weibes.«
— Manifest des Futurismus, 9. Punkt, Filippo Tommaso Marinetti

An anderer Stelle heißt es: »Unsere Herzen kennen noch keine Müdigkeit, denn Feuer, Haß und Geschwindigkeit nähren sie!« Vielleicht war die Spanne aus erstem und zweitem Weltkrieg eine Form von futuristischem Gesamtkunstwerk. Ein Aufbäumen an Kraft und Geschwindigkeit, ein brutaler Sprung nach vorne. 1945 war kein tabula rasa, aber eine Stunde Null. Die fortschreitende planetarische Umwälzung und der Aufstand der titanischen Maschinenwelt jedoch, könnte zum tabula rasa führen, könnte alle heutigen und zukünftigen Rückgriffe und versuchten Wiederbelebungen, wie Weiterführungen zu etwas Neuem werden lassen, welches im eigentlichen Sinne nichts mit dem gemeinsam hat, was es mal bedeutet hat, weil der Sinn ein gänzlich anderer geworden ist.

Die Geschichte entfaltet sich nach ihrem inneren Gesetz, was sie an Ideen und Personen nach oben und schließlich an den Strand spült, das ereignet sich nicht grundlos, es entwächst dem Gesetz des „Weltgeistes“ der Geschichte vielmehr, alle Fülle an Formen und Möglichkeiten sind nicht Chaos, sondern Reichtum ihrer Natur. Technik, Gedanken, Kunst, Politik, Sitte, das alles formt und bildet sich in verschlungener Wechselwirkung und doch steht es nicht losgelöst im leeren Raum, im physikalischem Vakuum, sondern ist ganz besonders durchströmt von eben jenen Kräften, deren Ursprung wir physikalisch und biochemisch nennen, sich manifestierende Abbilder immaterieller Urkräfte, Gesetze ohne Gesetzestafeln, dem logos.

30.IV.2017

#67

Usura

Usura's Egg

(With usura no egg has any hatchling, 2016)

»Azure hath a canker by usura; cramoisi is unbroidered
Emerald findeth no Memling
Usura slayeth the child in the womb
It stayeth the young man’s courting
It hath brought palsey to bed, lyeth
between the young bride and her bridegroom
CONTRA NATURAM
They have brought whores for Eleusis
Corpses are set to banquet
at behest of usura.«

— CANTO XLV (last part), Ezra Pound

27.IV.2017

#66

Schneidig

disziplin

(Werkstatt, 2017)

Individuumsbegrenzte Selbstherrschaft. Gestaltwerdung durch Zucht.

23.IV.2017

#65

neko tot

(Tote Katze, 2016)

Es gibt Tage, an denen hat die Hoffnung kein Gesicht.
Nachtrag am 27.IV.2017

18.IV.2017

#64

Ens, Zwe, Dre, Hagehbeh

demos

(demos, 2017)

Es ist nicht nur eine ganze Weile her, seitdem ich das letzte Mal zu hause war und meinen Briefkasten gelehrt habe, sondern auch der letzte Eintrag in meinem web-Log ist von auffallend zurückliegendem Datum. Beides soll eine Veränderung erfahren. Was meinen Briefkasten betrifft, wurde die sonstige notorische Leere mit allerlei Papier in unterschiedlicher Farbe und Format vertrieben.
Ich mache das natürlich nicht aus Spaß und nehme den einen Kuvert, auf den es ankommt. Der Rest interessiert mich nicht, vor allem das wiederholte Schreiben der Rundfunkgebühren. Es zieht mich raus, denn wo manche Briefe nur drinnen gelesen werden können, so können andere nur draußen angemessen geöffnet werden. Mein Ziel ist der angrenzende Park, aber da regnet es schon und ich setze mich nicht auf das offene Feld, sondern auf die Lehne der Bank unter einem Baum, schaue einmal umher, denke kurz über mich nach, lasse die groben Wirbel sinken, so gut es eben geht, es geht eher weniger, nehme den Umschlag heraus, öffne ihn mit meinem Opinel-Messer, welches ich von M. zum 28. Geburtstag bekommen habe, schlage die Bögen auf und lese das Ergebnis der Eignungsprüfung:

Rang 1: Besondere künstlerische Eignung.

Ich lese die beiliegenden Zettel und packe den Brief wieder ein. Ich weiß nicht, was mir als Erstes durch den Kopf geht. Sicherlich so etwas wie, dass ich gewusst hätte, es dieses Mal zu schaffen. Aber ein weiterer Gedanke folgt ziemlich schnell: »Lächerlich. Da lassen sie mich zwei Jahre in der Luft hängen und plötzlich gibt es den höchsten Bewertungsrang.«
Ich nehme meinen Apfel, hatte ihn extra dafür eingesteckt, und gehe grimmig und abenteuerlustig von dannen. Ich fühle mich ein bisschen so, wie ein Knappe, der zwar schon einiges erlebt hat, dennoch einen langverfolgten Traum verwirklichen will, aber trotz allem auch schon etwas alt für den Brief ist, den er gerade erhalten hat und der ihn nun eben jenem Traum näher bringt, indem die geschriebenen Sätze mitteilen, dass er zu einem bekannten Ritter geladen ist, wo ihm nach erfolgreichem Dienst von wenigen Jahren der Ritterschlag erteilt werden soll. Dabei denkt dieser Knappe auch daran, dass er gar nicht sicher ist, ob er sich darüber so freut, wie er es mal gehofft hatte zu tun und dass ihm vieles an dem Ritter missfällt, wenn er seine Taten auch sehr zu schätzen weiß. Und so geht der Knappe weiter ausgreifend unter den knospenden Linden, schaut hoch in den Regen, den er genießt, und denkt sich:
»Fast zu alt für sowas, aber eben nur fast.«
Und:
»Das haben sie nun davon. Jetzt halten sie mich nicht mehr auf.«

16.III.2017

#63

Leinwand IV

bildfindung 2

(malerische Kompositionsfindung, 2017)

Dieses Mal nur eine knappe Stunde Zeit, aber ein Stück ging es trotzdem weiter.

09.III.2017

#62

Arbeit an der Leinwand III

bildfindung

(erste Kreide- und Pinselstriche, 2017)

Die Leinwand wurde ein drittes Mal grundiert, nach dem Trocknen geschliffen und von dem drängenden Gefühl endlich loslegen zu wollen erfüllt, nicht noch einmal grundiert, sondern mit ersten Rötelkreide- und Pinselstrichen geweiht.

04.III.2017

#61

Reliable

trump

(red pill, blue pill, 2017)

Here is what I found in the glossar of Caroll's 'Alice in Wonderland'.

03.III.2017

#60

Auf dem Weg zur eigenen Leinwand Teil II

Leinwandgrundierung

(Grundieren der Leinwand, 2017)

Nachdem die Leinwand vorige Woche mit gelöstem Knochenleim bestrichen wurde, nun die kreuzweise aufgetragene Grundierung mit verdünntem Knochenleim, Kreide und weißem Pigment.

22.II.2017

#59

Trauernde mit Mahr

Trauernde mit Mahr

(O.T. (Trauernde mit Mahr) Kaltnadelradierung, Platte 10 x 13,5 cm, 2017)

An der Platte von letzter Woche weitergearbeitet und mit Struktur versehen, welche in der Zeit der ungegenständlich abstrakten Arbeiten (siehe 'Geometrische Lehre') entstanden sind.

16.II.2017

#58

Lehrjahre sind keine Herrenjahre

Leinwandbau

(Leinwand, 180 x 120 cm, 2017)

Erste selbstgebaute Leinwand Tag Eins:
Materialkauf, Keilrahmen stecken und ausrichten, Leinwand beziehen.
Der Knochenleim wartet schon. Ich auch.

15.II.2017

#57

Trauernde

Trauernde

(O.T. (Zwischenstand Trauernde), Kaltnadelradierung, 2017)

09.II.2017

#56

HGB-Rundgang

Lichtschalter

(Lichthof und Lichtschalter, 2017)

07.II.2017

#55

Vertiefung in Strukturen

Struktur 1
Struktur 2
Struktur 3
Struktur 4

(O.T. (Zwischenstand von Strukturen), Fineliner, 2017)

05.II.2017

#54

Keine Saubermänner

Keine Saubermaenner

(O.T. (Abendakademie), 2017)

02.II.2017

#53

Die Welt im Bild, das Bild als Welt II

See

(O.T. (See, Tinte und Buntstift), 2016)

Eine weitere kleine Arbeit aus meinem Skizzenbuch vom Ende des letzten Jahres. Auch hier ging es mir um die Übung in Bildern zu denken, somit keine Bildreferenzen verwendet.

31.I.2017

#52

Die Welt im Bild, das Bild als Welt

Bauer

(O.T. (Bauer, Tinte und Buntstift), 2016)

Kleine Kompositionsstudie, inspiriert von Holbein und anderen Holzschnitten aus dieser Zeit. Sehr interessant, wie die Dinge bei dieser Art der Darstellung ihren Ort zu finden scheinen und das Herz beruhigen.

28.I.2017

#51

Anatomiestudie

O.T. Anatomiestudie

(O.T. (Anatomiestudie, Kohle), 2017)

Still some contradictions and distorted parts in the anatomy.
But this year I will get serious.
Mark my words.

28.I.2017

#50

Achse Niinivaara-Reudnitz-Ponsonby

Ardent Love Devours Illusions

((Post-)Neo-romanticism, 2017)

Ardent love devours illusions.
Ardent love rejects illusions.
Chasing, always chasing this one moment, when ordinary things become translucent and for a hasty glance you feel you have everything.

27.I.2017

#49

Digital Modelling

StrawyCrisBo

(CB-Straw, 2017)

FuryCrisBo

(CB-Fur, 2017)

FibreCrisBo

(CB-Fibre, 2017)

Trying out the current Blender 3D creation suit.
Depending on the content I may upload 'Perceptual' saved GIFs from now on. Some images just don't work in 'Restrictive' web mode.

26.I.2017

#48

Es wächst zusammen, was zusammen gehört

TheseAntitheseSynthese

(These-Antithese-Synthese, 2017)

You go out for a walk and suddenly you think about Hegel and Brandt, which is a strange coincidence indeed.

18.I.2017

#47

Atelier im Januar

Atelier im Januar 2017

(O.T. (Atelier with Marker), 2017)

17.I.2017

#46

Quecksätze, 001

Quecksatz Nummer 001

(Quecksatz 001, 2017)

Ich werde nach und nach eigene Quecksätze, meine Wortschöpfung für Aphorismen, als grafische Bilddatei in meinen weblog (hin)eintragen.

10.I.2017

#45

2017: And the journey goes on

Trumpets in Space

(O.T. (Trumpets in Space), 2017)

HAL 9000 won't redeem us.

22.XII.2016

#44

Brandopfer

Brandopfer

(Übergabe, Dez 2016)

Eine volle Mappe alter Arbeiten schenkt Wärme und Licht am dunkelsten Tag des Jahres.
E = T + V

18.XII.2016

#43

Das Jahr bricht wie eine Welle am Strand der Ewigkeit

Föhre

(Organisch-anorganisch, Dez 2016)

Wie tote Wurzeln strecken die Föhren ihre Äste in den Himmel des auslaufenden Jahres.
Lichtes wird dunkel und Dunkles wird licht.

11.XII.2016

#42

Plen air gondwana

Flusspferd

(O.T. (Studie Flusspferd), Dez 2016)

Sehr reales Malen in einer sehr realen Blase.

01.XII.2016

#41

Secrets Are Lies — Lies Are Secrets

Notar

(O.T. (Notar), Dez 2016)

Erlernen der ersten Umgangsformen mit Eitempera:
Ein Drittel Ei (gerührt), ein Drittel gelöstes Dammarharz und ein Drittel destilliertes Wasser mit Farbpigmenten mischen; je nach Belieben mit Wasser verdünnen.

»But could loyalty to one trump loyalty to millions?« — (Dave Eggers, The Circle)

17.XI.2016

#40

Weltoffenheit

Zerträumt

(O.T. (Zerträumt), Nov 2016)

Das erste Mal Farbpigmente mit Kasein-Bindemittel und Wasser selbst gemischt.

»There was no independence in the world, just dependence, and the animals were dying and the sky was like a sore and everything had a price tag on it.« — (T. C. Boyle, The Harder They Come)

10.XI.2016

#39

Weib, schauend

Weib

(O.T., Ton, 2016)

Der Traum vom Homunkulus. Addictive.

09.XI.2016

#38

Geometric Depression

geometricDepression

(O.T., Radierung, ca. 130x80, 2016)

My second etching this year.

03.XI.2016

#37

Der ewige Selbstporträtierer

brueckig

(Selbstporträt-Studie (brückig), Acrylics (black and white), 2016)

In youth is pleasure... when you look back.

01.XI.2016

#36

Nebelmond

Zerstreuung

(O.T. (Kosmische Zerstreuung), Ink, 2016)

»Es ist einfach geistige Zerfahrenheit, die uns so albern in Zeitnot bringt.«
— Theo von Gilgamesch in 'Die jungen Männer' (Fernau)

31.X.2016

#35

Gilbhart

psychotropic wood

(Psychotropic Wood, 2016)

Nun kippt der Oktober leicht wie sein buntes, nasses Laub in den Nebelmond.

laubschuh

(Alte Schuhe im Lindenlaub, 2016)

18.X.2016

#34

Unter anderem Inkarnat

Kopfsache

(Studie einer Unbekannten, erdacht (Acryl, ca. 290 x 210mm, Pappkarton, ca. 3 Stunden), 2016)

Alles bleibt leer, wenn es die Liebe nicht füllt. — — —
Das ist auch besonders bei den musischen Tätigkeiten wahr.

13.X.2016

#33

Stück für Stück

Ich mythisch

(O.T., Selbstbildnis mythisch (Aquarell und Gouache, ca. 290 x 210mm), 2016)

»Erfüllungen sind schwer von Wunden,
wenn es Erfüllungen sind.« — G.B.

12.X.2016

#32

Kaltnadel

Herbstfeuer

(char thy demons (Kaltnadelradierung, ca. 7 x 10mm), 2016)

Nach Jahren wieder die erste Radierung, in diesem Fall eine Kaltnadelradierung. Den Aufwand vergisst man schnell, erinnert sich aber auch leicht wieder.

09.X.2016

#31

Wieder-Aufnahme

Wiederaufnahme

(Innung (Aufnahme fremder Erinnerung), 2016)

08.X.2016

#30

Zeichnerische Annäherung zur Abendstunde

Rathenow

(K. in Rathenow, 2016)

07.X.2016

#29

Walten, harren, säen

Andacht

(Kirche in Liepen, 2016)

Verlassen, aber nicht trostlos, still, aber nicht tot, die Stufen zur Empore gebrochen, doch die Leiter zum Himmel steht, Taubenkot auf den Tasten der Orgel, ein paar Gesangsbücher wie vergessen im Staub, und dennoch fassen die schlichten Mauern und das hereinfallende Licht das Herz, welches in gerührter Andacht innehält, den Eingetretenen selbst überrascht. An Orten wie diesen tritt etwas hinzu, so als würde der Dienst vergangener Zeiten dem Ort immer noch anhaften und aus Steinen und Dielen Segen entströmen. Die Stimme wird leiser, der Sinn demütig, tief und froh.

Und ja, auch hier war der Dreißigjährige Krieg gewesen, verheerend, fürchterlich, und doch nur ein weiterer Neubeginn.

Enthemmt

(Übersättigt enthemmt, 2016)

06.X.2016

#28

Golden

zukunft

(Glückskeks, 2016)

Aber(-) Glauben kann man sich doch nicht erwehren.

02.X.2016

#27

Double Rainbow

rainbow

(Doppelter Regenbogen ohne Farben, Dorf B., 2016)

Bifröst nihilistisch.

26.IX.2016

#26

Aufzug der Nacht

wolfszeit maria

(Skizze (Eva in Wolfszeit), 2016)

Die Hunde bellen nicht mehr, die Väter sind tot oder verroht, die Höfe öffnen ihre Tore nicht und das Brot wird nicht mehr geteilt. Hemmungen trocknen wie die Quellen, fahl und stählern erhebt sich der rostige Wolf in den Herzen der Ausgeworfenen und Übrigen und schwere Steine sind die Bindungen, die jetzt noch krallen.

»Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,« — R.M.R.

25.IX.2016

#25

Wann war's?

Ich fraktal

(Selbstbildnis fraktal (Neuseeland), 2014)


Daß ich verlor mein Ziel
Und vor rosigem Erfolge
Aus dem Raster fiel?

Taumelnd – war's Reise, war's Flucht?
Auf der Suche ohne Lot,
Welches richtet in der Not,
Nur Klippen fand und keine Bucht.

Mir ging der Leib entzwei,
Kratzte ab die alte Haut,
habe mich mir selbst geraubt
Und wurde doch nicht frei.

Keinen Arm im Arme mehr,
Keine Heimat, kein Genesen,
Nur ein Blick von altersher:
Hier war schon wer gewesen.

22.IX.2016

#24

Abseitlich

Mann

(Studie Mann, seitlich abgewendet, 2016)

Heute haben wir Tagundnachtgleiche. Auf einer meiner Arbeitsunterlagen lesen ich:
»Cave obdurationem cordis.«

16.IX.2016

#23

3

Apple for K

(Apple for K (Aotearoa), 2016)

»Crawling, falling, flying — finding: something.« — KML, Joensuu

15.IX.2016

#22

Durchbruch

Gebunden

(O.T. (Atelier), 2016)

I started a new sketch-book today. Titling: 'Durchbruch'. (breakthrough, but also breach)
First page: Fast but intensely observed sketch of my work space in my atelier-living room. In this sketch-book I'll draw every day a full page. Mission accepted.

14.IX.2016

#21

Inneres ungeklärt

Gebunden

(O.T. (Gebunden), 2016)

Am Anfang war das Bild. Wieder: Stäbe, Bruchstäbe, trockenes Geäst, gebunden, verschlossener Sinn, Totes in Form gebracht; Kreis, Schale, Auge. Innen: Äther, Pneuma? Das Abbild eines toten Baumes wurzelnd auf blutrotem Feld, der Himmel ist eisig klar.
An was bin ich gebunden? Woher kommen die Bilder? Wieso dieses Flechten und Legen von Abgestorbenem? Abbildung archaischer Urbilder oder nichtige Leere? Warten schon die Flammen?

13.IX.2016

#20

Abendstudie imaginiert

OT-Truemmerfrau

(O.T. (Trümmerfrau), 2016)

»And love is a flame
Devouring moths
And we are dust« — :OTWATM:

11.IX.2016

#19

5479 days

September archaic

(September archaic, 2016)

Red, red blood on white skin and dead roots under dark water's surface.

10.IX.2016

#18

Harmonie der Schöpfung

Fenster zur Schöpfung

(Kirchenfenster und Schöpfung, Processing, 2016)

Heute hört den Vorklang weltumspannender Freude... und wir hörten ihn. Kleine, steile Berge reihen sich an die mäandernde Weser und erinnern an Werke alter Meister, die Anfahrt lang, die Orte unbekannt. Nach einer Einführung in und Hinführung zum naturtönigen Kirchengesang begann das Jubiläumskonzert des deutschen orthodoxen Heiligen Dreifaltigkeitsklosters Buchhagen in dem St. Marienkloster zu Kemnade mit dem Festhymnos zu Verkündigung. Und so erklangen die Stimmen der Mönche im naturtönigen Kultgesang unter dem Kirchengewölbe, dessen Mauern aus einer Zeit stammen, die vor dem Schisma liegen und deren schweigende Erinnerung in Tage zurückreicht, wo diese hohe Form der den Menschen innewohnenden Töne zur Preisung des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes erklang. Der Blick hing vom Gesang gebannt auf der feierlich offenen Retabel und dem hellen, byzantinischen Deckenfresko mit Jesu Christe als Pantokrator. Als Zwischenstück wurde Trivium für Orgel von Arvo Pärt gespielt. Die Wahl für diesen Komponisten und seiner selbstbezeichneten Musik des Tintinnabuli, der Orgelklang lichterner Glocken, in denen alle Farben des Kosmos in Einfalt versammelt sind, zeugte von Geschmack und überbrückte die Teilung der ersten und zweiten Hälfte des deutschen Chorals, wie auch die evangelische Klosterkirche mit ihrer katholischen Einrichtung und den orthodoxen Mönchen eine Brücke bildete. Das Konzert endete auf Wunsch ohne Klatschen und so verklang der heilige Gesang mit dem sterbenden Lichte des Abends und hielt die Seelen in erhabener Stille offen, während sich die Zuhörerschaft langsam nach und nach erhob und ging.

The picture was made with a beginner code in JavaScript with Processing:
void setup(){
size(600,600);
smooth();
noStroke();
background(20,10,2);
}
void draw(){
fill(random(255),random(255),random(255));
int Wertx = int (random(50,550));
int Werty = int (random(50,550));
ellipse (Wertx,Werty,3,3);
fill(random(255),random(255),random(255));
int WertxX = int (random(50,550));
int WertyY = int (random(50,550));
ellipse (WertxX,WertyY,1,1);

09.IX.2016

#17

Herbstmond

Only questions remain

(nihil ultra?, 2016)

»Der Tod hatte nach ihm geschickt, wenn auch nur in der Form des verstörten Inspektors, und er hatte gehorcht, ohne Mütze, ohne Mantel, ohne Waffe. Die offene Jacke, das hatte ihn am meisten gestört. Der Mangel an Haltung, das Unordentliche im Augenblick der Entscheidung.«
— Ernst Wiechert in 'Das einfache Leben'.

06.IX.2016

#16

Red field

Red

(rot (scharlach-geranium-kadmium), 2016)

Red feeling: flesh, roses and candies. // K says 'mortadella'.

05.IX.2016

#15

Green field

Green

(grün (smaragd-minze-grünerde-lichtgrün), 2016)

Green feeling: Leaves, leek and moss. // K says 'football'.

03.IX.2016

#14

Blue field

Blue

(blau (heliogen-ultramarin-preußisch), 2016)

Blue feeling: Ocean, sky and gentian. // K says 'pool'.
[Prussian blue is used in medicine as an antidote for heavy metal poisoning.]

02.IX.2016

#13

Color field

Colorfield

(Farbfeld / Color field (relatively random diversity), 2016)

United we stand in disunity.

31.VIII.2016

#12

Crosses on Crosses

Crosses and Swastikas

(White Crosses and Swastikas, 2016)

Before my ascetic September free of alcohol, drugs, tobacco, meat and carnality will start in a very few hours I hereby sacrifice myself to myself with this picture of interwoven swastikas. Two things most people will never understand and nowadays always misinterpret. But be assured, I will not send any experience report. Thank God.
Κύριε ελέησον.

30.VIII.2016

#11

The Culture of Noise

Noise00001

(Noise 1, 2016)

Noise00002

(Noise 2, 2016)

Rauschen ist das Ende der großen Geschichten, Gesten und Symbole.
In der Musik: War im Brutismus das nichtinstrumentelle Geräusch noch von programmatischer Bedeutung im Sinne einer Fortschrittssymbolik (Lokomotiven usw.), so verliert sich dieser Ansatz in der Noise-Musik nahezu gänzlich, die Ordnung wird aufgehoben, die Symbolik in Geräuschpartikel atomisiert und neu zusammengefügt.
Als Ort: deutscher Name der Siedlung Tschaikino im Rajon Prawdinsk, Oblast Kaliningrad. Heute nur noch das Geräusch des Windes in den Kiefern der Nehrungen. Oder: Die rasante, un-fassbare Abfolge immer neuer Bilder auf den Mattscheiben und Anzeigetafeln.
In der Bildtechnik: Fehlerhafte Darstellung, deren Störung keinen Bezug zum spezifischen Bildinhalt aufweist. Ist auch auf den Bereich der Worte übertragbar. Einen Großteil des Bildrauschens macht das Dunkelrauschen durch den Dunkelstrom der lichtempfindlichen Elemente aus. Dieser entsteht durch spontane Bildung freier Ladungsträger.
Rauschen ist immer das Ende der herrschenden Ordnung und ihre Berührung mit dem Bodenlosen und Ungeformten. Hier ist nicht klar, ob schöpferische oder destruktive Kräfte am Werk sind, da sich die Herkunft des Einflusses dem Blicke des Betrachters durch eine metaphysische Krümmung dem Horizont gleich verbirgt.
Dieses Dunkelrauschen deutet auch auf Zeitwenden und Endzeiten, wie es sie u.a. in den dunklen Jahrhunderten zwischen dem 12. und 8. vorchristlichen Jahrhundert der griechischen Antike gab.

29.VIII.2016

#10

Creative Cycle

CrisBo-Creation

(CB Animation, 2016)

Hand made animation about the creative process and life in general.
It consists out of more than 100 pictures.

28.VIII.2016

#9

Refuge

Archeofuturismknightcross

(Picture: Jerusalem cross with crutch cross, 2016)

The real crisis is, that
»Modern man does not love,
but seeks refuge in love;
does not hope,
but seeks refuge in hope;
does not believe,
but seeks refuge in a dogma.« — Nicolás Gómez Dávila.

For him symbols are hollow and he seeks salvation in a world where he himself exiled God. Now he seeks refuge everywhere and finds it nowhere.

The upper graphic was painted by hand on a digital canvas of 55 square pixels with a resolution of one pixel per centimeter. Every pixel was placed manually with a one pixel sized pencil tool. When finished, the image size was maximized to 600 pixels with 72 pixels per inch by choosing the mode 'nearest neighbour' to preserve hard edges. The overlayed layer in lighten blend mode displays the stave church in Hahnenklee, Harz, Germany, spotlighted during a foggy autumn eve. The graphic was completed with rendered clouds and added noise filter in lighten blend mode for a glitch style.

26.VIII.2016

#8

曲がった

Not an average spaghetti

(Picture: A spaghetti?, 2016)

Sometimes you just ask yourself if the reality is bound or if it is a Siamese spaghetti. And if the latter is the case, is this uniqueness or disability? Is it a demigod or cripple? And am I allowed to eat it anyway or isn't it rather heretic to eat the first and cruel if it may be the second? What would be worse? Can I use it as a tweezer? Today I went 14km by bike, swam around 500m and jogged more than 10km. Does this influence the way of my thinking? Does the doubleghetti knows all about that?
At least I made a substantial post. This is high quality on a daily basis.

25.VIII.2016

#7

The painter's grief not to create music

The Artist's grief

(Picture: The Artist's grief, Acrylics, 413 x 600 mm, 2016)

The painter is mute, his works are silent and – not how it is widely mistakenly assumed – tell no story, because they have neither a beginning nor an ending. The picture is the most difficult form of art to approach and consume, because it needs contemplation: the enemy of time. And in modernity time rules it all. Therefor the visual artist is inside his creation the most lonely and isolated of all artists.
Delacroix once noted:
„How much I dare to be a poet, at least by means of painting."

24.VIII.2016

#6

Next Utopia or Instauration

Wolfgang Joop sprach schon 2010 von einer Rückkehr des Biedermeier im privaten Raum, dazu nun 2016: mir zufallend halte ich eine Einführung zu Adalbert Stifters Werk in den Händen. Ein Katholizismus mit einer stark phänomenologisch-geprägten pantheistischen Naturschau, in diesem Naturempfinden dem lutherischen Kosegarten recht wesensnah. Viel interessanter aber die (gerade heute) nahezu provokante Ruhe der Erzählung, der inneren Statik früherer Epen ähnlich, die Feinheit der Empfindung und die Scheu vor der Tiefe der menschlichen Seele, derer die Psyche das weltliche Tor ist.
Dagegen heute: Totale Ausleuchtung des Materials, egal ob Porno oder Psychologie, dann Einspeisung der Daten ins Weltnetz, Evaluierung, Weiterbohren... ad nauseam.
"Ein neues Lied, ein besseres Lied,
O Freunde, will ich euch dichten!
Wir wollen hier auf Erden schon
Das Himmelreich errichten."

– Heinrich Heine, Ein NWinterO-Märchen

23.VIII.2016

#5

128

Selfportrait in 128 colors max

(Picture: Selfportrait, 2016)

128 colors restricted web GIF ain't retro. It is the future.

23.VIII.2016

#4

Lipsius, Erntemond

Leipzig, eine Stadt mit wenig Fleisch und offenliegenden Nerven. Keine andere deutsche Stadt trägt die Spannung von Ost und West so sehr in sich, auch nicht Berlin. Elster und Parthe spenden rettende Kühle, der vielen Linden Grün birgt heimlichen Schatten, aber es reicht nicht; das Land ist zu flach, die Himmel drücken und die Sehnen spannen sich nervös unter der schwammig-bunten Haut.

22.VIII.2016

#3

reviseDevise

Sacrifice

(Bild: fast vergessen u. wiedergefunden, Reihe Opfergang, 2015)

Einfach malen, schreiben, denken, malen, schreiben, denken.

21.VIII.2016

#2

Nostalghia

Suomi Memories

(Bild: Suomi, irgendwo, 2009)

Nur im Nachhinein war man wirklich da.

11.V.2016

#1

Instandsetzung

Instandsetzung

(Bild: Verlassene Verschläge beim Spiegelthaler Zechenhaus, Wildemann, Harz)

Wir haben Mai, Wonnemond, der wohl meistbesungene Monat des Jahres, die Mitte des zweiten Quartals, der (end-)gültige Sieg des Lebens und sein triumphaler Einzug in den Sommer.
Das (also mein) erste(s) Atelier, wenn auch ein Atelier-Wohnzimmer, rückt in greifbare Nähe und es herrscht an vielen Stellen eine frühsommerliche Aufbruchstimmung, fast als seien die Augenblicke von den ersten Melodien Griegs ‚Morgenstemning‘ durchwoben und würden von innen heraus leuchten. Habe ich die schweren Dolden je verwunderter so übervoll prangen sehen?

Wiederinstandsetzung: Das heißt, etwas wieder zum Laufen zu bringen; das Mühlrad dreht sich nach langem verrosteten Harren wieder, die morschen Latten an der Westseite werden ausgetauscht, der Motor eines alten Zweitakters rödelt wieder mit stoßenden Takten und treibt die Maschine über das bestellte Feld. Die erste Ernte wird eingefahren. Noch geht alles von der Hand in den Mund, aber wie ein verheißungsvoller Malvenstrich am Sommermorgen zieht sich ein gespanntes Vertrauen durch die Stirn.